Richard Spaeth & Ensemble

www.richard-spaeth.de

Konzerte

14.05.2010 Gültlingen, Datscha

15.05.2010 Gültlingen, Datscha


05.09.2010 Polling(bei München), Stiftskirche
www.regenbogenstadl.de

09.09.2010 sounding D, Passau
www.sounding-D.net

Konzertangebote auf Anfrage.

"... ein Musikerlebnis, wie es gegenwärtig im europäischen Raum nicht angeboten wird."



mi scalda il coro

Chorwerk von Richard Spaeth


Ensemble
Gerlinda Fleischmann (Alt), Dorothea Müller (Alt), Judith Schwartz (Sopran), Richard Spaeth (Tenor), Renate Walter (Sopran)

 

Oktavtöne sind harmonisch identische Töne. Der Ton kehrt in seinen Oktaven als derselbe wieder - und unterscheidet sich dabei. Er springt. Immer wieder. Das Springen des Tones hat weder Anfang noch Ende. Der Sprung liegt sowohl vor dem Ton als auch nach ihm. Es ist sein Ursprung. Der Ursprung des Tones verbirgt sich unter der offenen Vielfalt der Töne; unscheinbar, umfangend, einhüllend. mi scalda il coro nähert sich ihm.

Richard Spaeth wurde 1958 geboren. Er studierte Architektur, arbeitete kurze Zeit als Architekt, schrieb dann Filmmusiken, schuf Klanginstallationen, unterrichtete Klavier und Improvisation, gab Konzerte, war musikalischer Leiter eines Theaters und studierte Komposition bei La Monte Young.

Ende der 80er Jahre beschäftigte er sich in einer Forschungsarbeit an der Universität Stuttgart mit der Frage, ob es eine natürliche Ordnung der Töne gibt. Seine Studie Der harmonische Raum ist ein Kunstwerk der Wissenschaft. Sie folgt dem Gedanken einer reinen Musik, die vom Willen und Ausdruck des Komponisten befreit ist.

Um diese Freiheit zu gewähren, traf John Cage seine kompositorischen Entscheidungen aufgrund von Zufällen. Richard Spaeth betrachtet nur noch die musikalischen Phänomene selbst. Mithilfe der Differentialinterpretation, einer von Heinrich Rombach entwickelten phänomenologischen Methode, entdeckte er im März 1989, dass sich die harmonischen Bezüge zwischen Tönen aus dem Ursprung des Tones ergeben. Harmonie ist demnach weder ein Naturgesetz noch kann sie von Menschen gebildet werden. Sie ergibt sich von selbst. Genauer gesagt: vom Selbst. Der Ton räumt dem Selbst einen Raum ein, in dem es wohnt. Das Innewohnen des Selbst im Ton ist dessen Identität. Der vom Ton eröffnete Raum ist „der harmonische Raum".

Mi scalda il coro setzt den harmonischen Raum musikalisch um. Die Sängerinnen und Sänger erkunden seine Struktur, seine innere Dynamik, den Ursprung. Sie folgen dem Hören. Der Klang ihrer Stimmen hebt mit einer Lautsilbe an und verklingt wieder. Finden sie einen Weg in den Ton hinein, so gewinnt ihr Hören an Tiefe, der Raum der Töne weitet sich, entferntere Tonbezüge, feinere Nuancen werden hörbar. Die Resonanz verdichtet sich.
Das Hören springt auf die Zuhörer über. Sie werden in die Resonanz mit einbezogen, gehen in ihr auf. Ihr Hören ist ein jeweils individuelles. Sie können Melodien wahrnehmen, wo gar keine gesungen werden, sie haben ureigene Assoziationen, in ihnen erwachen Erinnerungen und Bilder neu. Indem sie zuhören, hören sie hinzu. Das Hören vermehrt sich. Es steigert sich.
Das Hören geht über die Stimme und den Körper hinaus in den umgebenden Raum. Seine Resonanz wird zu Musik. Eine klingende Skulptur, mehrdimensional, auftauchend, verschwindend, sich wandelnd, drehend, ausfaltend, leuchtend, farbig ...


pressestimmen

"Auch wenn die Szenerie und das sich aufbauende Klanggebilde die Götterdämmerung heraufzubeschwören schienen - was sich da akustisch abspielte, ist vielmehr der absolute Gegenentwurf zu einer Wagneroper wie überhaupt zu jeder anderen gängigen Musik. (...) So reduziert das Werk von Spaeth auch ist (...) im Ergebnis war es von einer faszinierenden Fülle." (Passauer Neue Presse, 7. Juni 2005)

"Eine unromantische, unmanipulierte Sphärenmusik, der sich die Zuhörer ganz hingeben können, ohne auf Tonfolgen, Rhythmus oder Texte reagieren zu müssen. Sie werden Zeugen eines Musikerlebnisses, wie es gegenwärtig im europäischen Raum nicht angeboten wird."
Süddeutsche Zeitung 

 

aufführungsmöglichkeiten

mi scalda il coro ist in der Aufführungspraxis nicht an eine bestimmte Umgebung wie einen Konzertsaal gebunden. Die Sänger stimmen sich in die jeweilige Umgebung ein. Dafür kommen die unterschiedlichsten Orte in Frage: Ausstellungsraum, Theaterbühne, Amphitheater, natürliche und künstliche Räume aller Art, in denen dem Hören und der individuellen Wahrnehmung ein besonderer Status eingeräumt wird.

Der enge Bezug zu den Komponisten John Cage und La Monte Young legt eine Zusammenarbeit mit Museen und Galerien nahe, die sich mit dem umfangreichen Werkkomplex und dem vielschichtigen künstlerischen Schaffen dieser Künstler auseinandersetzen.

mi scalda il coro ist kein fest notiertes Werk, es wird im jeweiligen aktuellen Kontext immer wieder neu geschaffen. Richard Spaeth und die Sängerinnen seines Ensembles freuen sich über Möglichkeiten, die Grundlagen des kompositorischen Ansatzes und die Aufführungspraxis anderen Vokalensembles in gemeinsamen Workshops oder Seminaren vorzustellen.

 

Pressebilder hires
(zum Download bitte klicken)
 Klick für hires Bild!   Infotext